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Eine tolle Familie und gute Freunde erkennt man in schlimmen Zeiten...

Ab Mitte des Jahres 2000 ging es meinem Klaus nicht gut.

Seine Hausärztin schickte ihn sofort ins Krankenhaus.

 

Dort haben sie ihm mit einer kleinen Not- OP zum 1. Mal das Leben gerettet.

Später haben wir durch die Ärzte erfahren,

dass sie ihm nicht viel Chancen gegeben hatten...

 

Sie konnten auch nicht glauben,

dass er am Morgen noch mit dem LKW von Bayern aus nach Hause gefahren sei...

 

Zum Glück hat er es dennoch geschafft.

 

Hier noch eine Aufnahme vom St. Georgskrankenhaus,

kurz bevor es 2015 nach jahrelangem Leerstand abgerissen wurde...

 

 

 

Seine damalige Hausärztin überwies ihn dann zu einem Spezialisten nach Hannover in die MHH.

Sie kannte ihn aus früheren Zeiten, da sie selber mit ihm zusammen gearbeitet hatte.

 

Dort wurde er dann noch einmal operiert und es ging ihm deutlich besser. 

 

Allerdings bekam er über Sylvester 2000/2001 starke Beschwerden,

so dass ich ihn mit dem Notarzt wieder in Bad Pyrmont ins Krankenhaus einweisen ließ.

Er fiel ins Koma und die Ärzte meinten, er würde die Nacht nicht überstehen. 

Das waren schlimme Stunden. 

Zum Glück fand ich Halt und Unterstützung von der ganzen Familie.

Meine Eltern, Klaus Mama, mein Bruder und seine Frau waren die ganze Zeit bei mir...

 

Bis die erlösende Nachricht kam: 

 

"Er hat es überstanden". 

 

Er kam dann von Intensiv auf Normale Station. 

In den nächsten Wochen hat es viel geschneit und ich bin fast jede Nacht um 3:00 Uhr aufgestanden und habe ein paar Stunden Winterdienst gemacht.

 

So auch am 20. Januar 2001.

Als Klaus dann morgens nicht wie gewohnt ans Telefon ging, machte ich mir Gedanken...

 

Ja, das war zu Recht...

 

denn ihm war in der Nacht beim Gang zum WC schwindelig geworden.

Dadurch ist er gefallen und hatte sich den Oberarm direkt unter dem Schultergelenk sehr kompliziert gebrochen.

Wie sich später herausstellte, hatte ihm eine Krankenschwester ein falsches Medikament gegeben...

 

Um den Bruch zu behandeln wurde er in unser anderes Krankenhaus gebracht...

 

Damals hieß es noch Bathildis Krankenhaus...

 

 

 

Da Klaus in körperlich sehr schlechter Verfassung war, konnte er jedoch nicht operiert werden und bekam nur einen sogenannten Gilchristverband.

 

Dieser fixiert, bei richtiger Anwendung das Schultergelenk absolut fest.

Leider war das bei ihm nicht der Fall... 

 

Zum Glück lag er allein auf einem riesigen Zimmer, so dass seine Mutter die Nacht bei ihm verbringen konnte und ihm den Arm immer wieder mit Kissen und ihrer Jacke fixierte.

Ich bin nach dem Krankenhaus gegen 23:00 zu meiner Mama gefahren,

denn sie hatte um 0:00 Uhr ihren 60. Geburtstag.

Leider konnte ich nur bis kurz nach Mitternacht bleiben, denn es hatte wieder geschneit.

Um 3.00 Uhr klingelte dann auch schon das Telefon...

 

Gegen 9.00 Uhr war ich dann mit dem Winterdienst fertig,

ich holte meine Schwiegermama im Krankenhaus ab und brachte sie nach Hause.

Bin dann sofort wieder hin und habe selber Wache gehalten, denn mittlerweile war Klaus auch immer verwirrter...

 

Damals überredete mich dann die liebe Olga,

die Frau von meinem ehemaligen Bandkollegen und gutem Freund Marc,

doch ein paar Stunden nach Hause zu fahren und zu schlafen. 

Sie würde dann auf Klaus und seinen Arm achtgeben...

 

Das fand ich soooo lieb, denn Olga ist gelernte Krankenschwester und wir sind heute immer noch sehr gut befreundet!!!

 

Doch zu diesem Zeitpunkt war sie gerade hoch schwanger und deshalb war es sicher auch für sie nicht einfach...

 

 

Das Angebot nahm ich sehr gern an.

Hab dann zuhause erstmal geduscht...

 

Doch an Schlaf war nicht zu denken...

 

Ich blätterte durch mein Adressbuch im Handy und stieß auf die Nummer der Intensivstation vom anderen Krankenhaus.

 

Da wusste ich was zu tun war:

 

Ich rief dort an und schilderte den Fall, vor allem, dass Klaus immer verwirrter wurde...

Sie rieten mir, ich solle ihn in das andere Krankenhaus zurück bringen lassen, bevor er wieder ins Koma fiele...

 

Also bin ich wieder ins Krankenhaus.

Als ich meinen Wunsch im Krankenhaus vortrug, meinte der diensthabende Arzt nur, von wegen Koma, es wäre ganz normal, wenn "ältere" Menschen hinfielen, dann würden sie oft wunderlich. 

Anscheinend hatte der Arzt bisher wohl nur einen flüchtigen Blick von der Tür aus auf Klaus geworfen.

 

Da habe ich ihm gesagt, dass er aufpassen solle, dass er selber nicht mal hinfiele, denn mein Mann sei erst 42 Jahre alt. 

Das gab dann wohl den Ausschlag und er wurde mit einem Krankenwagen zurück gebracht.

 

Zum Glück, denn er stand wirklich wieder kurz vorm Koma und kam sofort wieder auf die Intensivstation.

Durch das falsche Medikament hatte sich nämlich eine Vergiftung ergeben, die zum Glück rasch beseitigt  werden konnte.

 

Die Ärztin dort hat ihm dann auch erstmal den Gilchristverband richtig angelegt... 

und dann hat sich der Arm keinen Millimeter mehr bewegt....

 

So in etwa sieht ein Gilchrist aus und mittlerweile weiß sogar ich, wie er richtig angelegt wird...

 

 

Zur etwa gleichen Zeit rief dann die MHH an, dass Klaus, wie lange vorher vereinbart nach Hannover kommen könnte für weitere Untersuchungen und um einen Shunt setzen zu lassen.

 

Also ging es für ihn mit dem Krankenwagen auf nach Hannover...

Für mich nahezu täglich ebenfalls... 

 

Zumindest wenn kein Schnee fiel...

denn mein Winterdienst war das Einzigste, was weiterlief....

 

 

Ich bin meinem ehemaligen Chef und Chefin, Horst und Elke Hänning bis heute noch sehr dankbar:

 

In der ganzen Zeit, wo Klaus krank war ,

war ich mehrere Monate freigestellt und konnte so die meiste Zeit bei ihm sein.

 

Auch haben sie sich seeehr oft nach seinem Befinden erkundigt und ihn sogar mehrfach besucht!!! 

 

Und es sah zeitweise auch nicht gut für ihn aus...

 

 

Aus tiefem Herzen geht hier mein Dank auch an Maren und Dag, sehr gute Freunde, die damals in Celle wohnten.

Dort durfte ich nämlich jederzeit wohnen, solange Klaus in Hannover war.

Und das waren über das Jahr verteilt mehrere Monate...

"Du weißt doch, wo der Schlüssel liegt" 

Dort gehörte ich schon fast zur Famile...

 

 

Sie hatten einen traumhaft schönen Hund, den Sam und viele Pferde.

Durch die Pferde hatten wir uns auch mal kennengelernt.

 

 

Als ganz kleines Dankeschön bekamen sie unter anderem den Anker, den wir zur Hochzeit geschenkt bekommen hatten für ihren Garten, den vor allem Dag ist ein großer Fan von allem, was mit Schiffen zu tun hat...

 

 

Falls Klaus mal wieder nach Hannover müsste, würden sie sicher wieder sagen: 

 

"Du weisst doch , wo der Schlüssel liegt..."

 

Dankeee für so viel Vertrauen und die tolle Freundschaft über die vielen Jahre hinweg!!!

 

Und an dieser Stelle nochmal Danke an Frau Doktor Henning nach oben in den Himmel,

an unseren Hausarzt Herrn Dembruk und sein Team, das uns seit 20 Jahren betreut 

und die Ärzte und das Pflegeteam der 3 Krankenhäuser.

 

Ebenso geht der Dank an unsere gesamte Familie

und an alle Freunde und Bekannte, die uns in dieser schweren Zeit so zur Seite gestanden haben.

Allein hätten wir das nicht geschafft!!!

 

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Kommentare: 7
  • #1

    Bine M. (Montag, 09 August 2021 08:33)

    Huhu Steffi Hut ab was du alles erlebt hast. Danke das du das mit uns teilst. Ich hätte nicht den mut dazu. Kein Wunder das du solch ein empathischer Mensch bist! Wie schön dass wir uns kennen. Schicke dir noch eine Nachricht per Messenger. LG bine

  • #2

    Manfred (Montag, 09 August 2021 08:52)

    hallo steffi, das ist ja echt schlimm, habe ich nicht gewusst, danke, dass du das erzählt hast. Du hast viel mitgemacht. allesliebe für euch Manni

  • #3

    Liese (Montag, 09 August 2021 09:07)

    Liebe Steffi

    Schön das es solche Menschen gibt und dein Klaus noch bei dir ist weiterhin alles liebe für euch viel Kraft

  • #4

    Mechthild (Montag, 09 August 2021 10:09)

    Es ist sehr schön Familie und Freunde in so schweren Zeiten zu haben auf die man sich verlassen kann, ein Geschenk Gottes, ���ich weiß wovon ich spreche, es ist auch nicht einfach darüber zu reden/schreiben, Hochachtung Steffi❤

  • #5

    Papa bär (Montag, 09 August 2021 11:48)

    Hallo ihr lieben am 17. november diesen Jahres ist es 20 jahre her das ich so krank war und transplantiert wurde und das Steffi alles mit gemacht hat ich weiß nicht wo sie die kraft her genommen hat das alles zu überstehen und meine mutter die familie, olga, maren, dag und all die anderen !!! Sie alle gaben mir die Kraft zu überleben. Heute bin ich wieder das blühende leben. An alle die zu meinem neuen leben beigetragen haben vielen vielen Dank auch dem herrn im Himmel der beide augen auf mich hatte. Aber Steffi dir aus tiefstem Herzen danke für alles ohne dich wäre ich ........... DANKE in liebe dein Papa bär klaus

  • #6

    Heike Kreiser (Montag, 09 August 2021 20:45)

    Oha- in deinem Leben ist was los. Es braucht auch immer Menschen die es mittragen. Die hattet Ihr zu Glück. Und Du hattest den Glauben das es gut wid und hast alles erdenklich in Bewegung gesetzt . Gut so, weiter so.

  • #7

    Gabi (Dienstag, 10 August 2021)

    Liebe Steffi, ich bin noch ganz atemlos vom Lesen. Ja, du hast in beiden Richtungen - positiv und negativ - schon sehr viel erlebt. Und du hattest immer viele gute Schutzengel um dich. Wie schön, auch dies zu lesen. Und daß Klaus alles gut überstanden hat.